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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rekorde für Anti-Bush- Film schon vor Kino-Start



didi
25.06.2004, 10:34
Der Anti-Bush-Film von Michael Moore hat bereits vor dem großen Kinostart an diesem Freitag in den USA Rekord-Einspiel-Ergebnisse erzielt. Zugleich schien sich zu bestätigen, dass Boykott-Aufrufe gegen dem Film keineswegs geschadet, sondern das Interesse eher noch weiter angefacht haben. Bei Sondervorführungen in zwei New Yorker Kinos brachte "Fahrenheit 9/11" in der Nacht zum Donnerstag jeweils deutlich mehr Geld in die Kassen als dort in den letzten Jahren Hollywood-Spielfilme wie "Men in Black" und "Tiger & Dragon" bei ähnlichen Ereignissen erreicht hatten.

George W. Bush lächelt beseelt und glücklich. Artig hält er die Hand des listig dreinblickenden Michael Moore und lässt sich widerstandslos vom Weißen Haus wegführen - an einen imaginären Ort, wo er nach Überzeugung des Regisseurs besser aufgehoben wäre, als im Machtzentrum der USA. "Streit... Was für ein Streit?" steht über der Fotomontage für das Plakat zu Michael Moores Film "Fahrenheit 9/11", der an diesem Freitag zum spürbaren Ärger der Republikaner in hunderten amerikanischen Kinos anläuft.

Riesenbeifälle bei Premieren
Nie zuvor ist in den USA ein Dokumentarfilm auf ein derart großes Interesse gestoßen wie Moores zweistündiger Anti-Bush-Streifen. In zunächst rund 500, später gar in insgesamt nahezu 1.000 Kinos soll er zu sehen sein - eine Größenordnung, in der sonst nur Spielfilme rangieren. Ovationen gab es bereits zuvor bei Premieren vor geladenen Gästen, unter ihnen viele Hollywoodstars, in New York und Los Angeles. Riesenbeifall ertönte auch bei einer Sonderführung für Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die Moore im vergangenen Jahr für seinen Film "Bowling for Columbine" mit einem Oscar geehrt hatte.

Kann Moore Bush "stürzen"?
Dass dem Regisseur und Buchautor ("Stupid White Men") nach dem grandiosen Sieg seines Films beim Filmfestival in Cannes nun ein weiterer Oscar winkt, halten manche in Hollywood für ausgemacht. Zudem dürfte sein Konto dank des absehbaren finanziellen Erfolgs von "Fahrenheit 9/11" um einige Millionen Dollar anwachsen. Doch wird Moore wirklich als der Mann in die Geschichte eingehen, der einen US- Präsidenten mit einem Film "stürzte"?

Der Medienexperte der Washingtoner "Denkfabrik" Center for Media and Public Affairs, Matthew Felling, sagte voraus, der Film, der den US-Präsidenten als Versager im Anti-Terrorkampf, dicken Freund der saudischen Ölscheichs und als Marionette amerikanischer Konzerne darstellt, werde lediglich die Bush-Gegner in ihren Überzeugungen bestärken. Wähler der Republikaner würden sich jedoch selbst dann nicht umstimmen lassen, wenn sie den Film anschauten.

Aufruf zum Boykott
Auffallend ist allerdings die Vehemenz, mit der Parteigänger der Republikaner "Fahrenheit 9/11" bekämpfen. So rief die Organisation "Move America Forward", die dem Rechtsaußenflügel der Bush-Partei nahe steht und sich bereits erfolgreich an der Kampagne zur Abwahl des demokratischen Gouverneurs von Kalifornien beteiligte, in einer Internet- und E-Mail-Aktion zum nationalen Boykott des Films auf.

"Schulungsfilm der El Kaida"
Terrororganisationen würden für die Verbreitung des "Moore- Machwerks" sorgen, streute "Move America Forward". Kinobesitzer wurden aufgefordert, diesen "Schulungsfilm der El Kaida" nicht zu zeigen. Viele hätten sich bereits gegen den Moore-Streifen entschieden, "der von den meisten Amerikanern abgelehnt wird", erklärte die rechte Talkshow-Moderatorin und Vizevorsitzende von "Move America Forward", Melanie Morgan.

Gerade dank solcher Anfeindungen und Verhinderungsversuche, die schon vor Monaten damit begannen, dass der Disney-Konzern seiner Tochterfirma Miramax den Vertrieb des Films untersagte, werde "Fahrenheit 9/11" ein Kassenschlager, glaubt hingegen der Politikwissenschaftler Stephen Farnsworth vom Mary Washington College. Dass der Film Wähler gegen Bush mobilisiert, hält er wegen dessen "Entertainment-Format" durchaus für möglich. Er sei besonders für jüngere Leute attraktiv, von denen sehr viele gern ins Kino, aber normalerweise nicht zur Wahl gehen würden.

Quelle: www.krone.at

didi
07.07.2004, 18:54
"Ladet euch meinen Film herunter!"

http://wcm.krone.at/hps/upload/hxmedia_slide/2004/06/28/1_HTiSB1WjKsQvQ_115479_476.jpg

Die konservativen Gegner des Bush-kritischen Dokumentarfilmers Michael Moore haben Links auf Download-Seiten veröffentlicht, wo man sich „Fahreheit 9/11“ gratis herunterladen kann. Zweck: Moore und seine Filmfirma finanziell schädigen. Moore juckt’s wenig: Ihm sei die Verbreitung des Film wichtiger.

"Das ist so als würde ich mir einen Film auf DVD von einem Freund ausborgen - ist der Freund deshalb ein Verbrecher?", bringt der Filmemacher seine Ansicht auf den Punkt. Ihm gehe es darum die Welt zu verändern und nicht Geld zu verdienen.

Die Republikaner versuchen Moore derzeit mit allen Mitteln anzugreifen. Im Internet findet derzeit eine massive Anti-Moore-Kampagne statt. Auf der Homepage von Moorewatch" haben die Gegner Links auf so genannte Torrent-Downloads gesetzt. Hat man einen Torrent-Client wie "Shareaza" oder "BitTorrent" installiert kann man illegale Kopien des Films aus dem Netz herunterladen.

Die angelinkten Filmkopien sind zwar von miserabler Qualität, da mit Camcordern im Kino abgefilmt, sind den Filmstudios aber dennoch ein Dorn im Auge, weil sie um die Kinogänger fürchtet. Nur Moore nimmt's gelassen: "Mir geht's gut genug und ich finde an Informationen sollten alle teilhaben können."

Quelle: www.krone.at