Cyberlink
27.01.2008, 15:47
Dieses Tutorial ist zwar allgemein gültig, ich beziehe mich allerdings ein wenig auf Everquest 2, weil die Frage nach der Vorgehensweise bei der Erstellung von Videos gestern in unserer Gilde aufkam.
Übersicht
Systemvoraussetzungen
Hardware- / Software-Aufnahme
Video-Codecs
Idee
Aufnahme
Überarbeitung
Schnitt
Übergänge
Optimierung
Ausgabe
Video ins Web bringen
1. Systemvoraussetzungen
Wie überall gibt es auch beim Erstellen von Ingame Videos gewisse Grundvoraussetzungen an den PC wobei diese abhängig davon sind, ob man sich für eine Hardware- oder Software-Aufnahmelösung entscheidet.
Grundsätzlich gilt, dass man genug Festplattenspeicher haben sollte. Videos und gerade die Rohdaten verschlingen Unmengen an Speicherplatz auf der Festplatte da sie meist unkomprimiert daherkommen. Eine Aufnahme in voller Auflösung mit Sound von der Dauer einer Minute, kann so schnell an die 1GB Speicherplatz füllen.
Ideal ist es zudem, wenn die Aufnahmefestplatte eine andere ist als die System- und Spielfestplatte. Also nicht nur eine andere Partition sondern eine physische Festplatte. Gerade Spiele wie Everquest 2 beanspruchen die Festplatte überdurchschnittlich, wenn da nun auch noch das Videoaufnahmeprogramm seine Daten auf die gleiche Festplatte schreibt, wird man eine Leistungseinbusse in Kauf nehmen müssen.
Von Vorteil sind auch Multicore Prozessor und zwar aus dem einfachen Grund, dass man so das Videoaufnahmetool auf den Prozessorkern auslagern kann, der vom Spiel nicht oder nur wenig genutzt wird. So stellt man sicher, dass man auch hier keine oder nur eine geringe Leitungseinbusse hat.
Es gilt also:
- Viel Festplattenspeicher
- Eine eigene Festplatte für die Aufnahmen
- Ein Multicore Prozessor
2. Hardware- / Software-Aufnahme
Wie bereits oben beschrieben stellt die Videoaufnahme gewisse Systemanforderungen, man kann diese allerdings in Grenzen halten wenn man eine Hardwarelösung zur Aufnahme verwendet.
Der Vorteil dabei ist, dass sich diese Lösungen in das Videosignal einklinken aber anschliessend die Encodierung und Abspeicherung auf eine externe Festplatte oder einen zweiten Computer übernehmen, ohne die CPU des Spielecomputers zu beeinflussen.
Der Nachteil liegt allerdings in der Qualität, denn ist man nicht gewillt mindestens 1000€ auszugeben, wird man sich mit einer niedrigen Auflösung zufriedengeben müssen und meist ist der Aufnahmecodec suboptimal. Softwarelösungen bieten hier höchste Aufnahmequalität sofern das Video nicht encodiert wird.
Bleibt man nun allerdings realistisch wird man das Video selten in einer Auflösung von 1280x1024 benötigen, fürs Web liegt die Grösse in der Breite unter 600px und in der Höhe unter 400px fokussiert man sich daher auf WebVideos reicht eine günstige Hardwarelösung allemal.
Hardwarelösungen:
Profibereich: Blackmagic-Design (http://www.blackmagic-design.com/products/hd/)
HomeUser: Terratec (http://videode.terratec.net/) / Pinnacle (http://www.pinnaclesys.com/PublicSite/de/Products/Consumer+Products/Home+Video/Dazzle/?dz=1)
Softwarelösungen:
HomeUser: Fraps (http://www.fraps.com/) / GameCam (http://www.planetgamecam.com/) / CamStudio (http://camstudio.org/)
Ich persönlich verwende eine Grabster AV400 MK II für die Aufnahme, welche an den SVHS Anschluss der Graphikkarte angestöpselt wird und so eine Eingangsauflösung von 1024x768px und eine Ausgabeauflösung von 720x576px erreicht.
3. Video-Codecs
Videocodecs gibt es mittlerweile wie Sand am Meer habe ich teilweise das Gefühl. zu empfehlen sind aber nur wenige davon.
Meine persönlichen Lieblinge sind DivX (http://www.divx.com/) / MPEG2 / WMV 9 (http://www.microsoft.com/windows/windowsmedia/forpros/encoder/default.mspx) / On2 VP6 (http://www.on2.com/)
Der Nachteil von Codecs ist natürlich der Qualitätsverlust, welcher sich bei MPEG2 und DivX in Form von Interlancing und bei On2 VP2 bei ähnlichfarbenen Flächen in Bewegung zeigt. Der Vorteil liegt in der Reduzierung der Videogrösse.
Ein Beispiel.
Mein EQ2 Kunark Preview Video wurde in der Rohfassung als MPEG2 (bedingt durch den Grabster AV400) aufgenommen, anschliessend wurde das Bildmaterial durch Deinterlancing optimiert und am Ende über den On2 VP6 Codec webtauglich gemacht.
Unkomprimiert: 2GB
Als MPEG2: 650MB
Als On2 VP6 Flashmovie: 19MB
Die richtigen Codecs sind also entscheidend um das Video webtauglich zu machen.
Wie man Interlancing Effekte überarbeitet wird auf dieser Seite hier ganz gut erklärt:
=> 100fps (http://www.100fps.com/)
4. Idee
Genug der Theorie, kommen wir zum praktischen Teil.
Am Anfang jedes Videos steht die Idee zum endgültigen Video. Einfach ins Spiel zu gehen und ein Video zu machen ist blödsinnig weil man dann Video-Rohdaten hat und eigentlich gar nicht weiss, was man damit nun machen soll.
Viel besser ist es, sich ein kleines Storyboard zu machen. Will man eine Geschichte erzählen, ein Muskvideo machen eine Landschaftsimpression erstellen, usw.
Dann überlegt man sich was für Aufnahmen man dazu benötigen könnte, an welchen Orten man diese Aufnahmen machen möchte und geht den Film im Kopf schon ein wenig durch.
Eine andere Möglichkeit ist es, passend zu einem Musikfile ein Video zu erstellen, sprich man hört irgendwo ein Musikstück oder einen Song und denkt sich "Hey, da würden doch folgende Szenen ganz gut dazu passen".
Das Zwergenvideo (http://www.onlinegamer-portal.de/vB/showthread.php?t=2213) hier im Forum ist ein typisches Beispiel dafür.
Hat man das alles zusammen, beginnt die Aufnahme.
5. Aufnahme
Jetzt geht es also an die Aufnahme.
Besucht die geplanten Locations, wartet die richtige Tageszeit ab und dann legt los und denkt daran, dass man nie genug Videomaterial haben kann. Nehmt die Szene aus diversen Winkeln auf, spielt mit der Zoomfunktion oder stellt euch einfach mal einen Ingame Tag lang an einen Punkt und bewegt euch nicht. Später lassen sich im Videoschnitt damit tolle Dinge anstellen.
Seid einfach kreativ und denkt daran, hier kann man alles nochmals aufnehmen falls ihr etwas vergessen haben solltet und die Schauspieler kosten auch nichts ;)
6. Überarbeitung
Ich habe es oben bereits angesprochen, mache es aber nun nochmals.
Ist das Rohmaterial nicht optimal kommt nun der Zeitpunkt, wo man Filter auf das Video anwenden sollte.
Die wenigsten kostenlosen Programme bieten diese Funktion, eines allerdings beherrscht es perfekt.
=> VirtualDub (http://www.virtualdub.org/)
Und wer sein Rohmaterial im MPEG2 oder WMV Format hat sollte sich auch gleich noch das MPEG2 und WMV Plugin herunterladen.
=> PlugIn Download (http://fcchandler.home.comcast.net/~fcchandler/)
Die Bedienung von Virtualdub ist ein wenig gewöhnungsbedürftig aber man erzielt damit sehr gute Ergebnisse. Auf die Bedienung werde ich in diesem Tutorial nicht eingehen, vielleicht mache ich dazu dann noch ein eigenes Tutorial.
Eine alternative Methode stellen die etwas professioneller Programme wie beispielsweise Adobe Premiere Pro CS3 (http://www.adobe.com/products/premiere/) dar, welches eine komplette Videoaufnahme, Schnitt und Überarbeitungsplattform darstellt.
Ich persönlich arbeite beispielsweise damit und bin schlicht begeistert davon und gerade auch von den Unmengen an Video- und sonstigen Tutorials die man dazu findet. Der Nachteil der Geschichte ist der Preis, denn die Adobe Creative Suite 3 Production Premium (http://www.adobe.com/products/creativesuite/production/) schlägt mal kurz mit USD 1700.- zur Buche wenn man nicht in einer Bildungseinrichtung arbeitet.
Hochgelobt wird auch der Avid Media Composer (http://www.avid.de/products/composer/), aber das geht dann wirklich in den professionellen Bereich.
7. Videoschnitt
Jetzt kommen wir zum Herzstück des Videos.
Ihr habt nun die überarbeiteten Rohdaten und ein Musikstück oder sonstwas.
Die Videos werden nun passend zur Musik geschnitten, sprich unwichtige Teile fallen raus und man überlegt sich auch gleich die Videoübergänge.
Der Videoschnitt ist wirklich essentiell denn hier entschiedet sich ob das Video langweilig wird oder mit kurzen knackigen Schnitten interessant gemacht wird. (und nein, mein RoK Video ist kein gutes Beispiel von Videoschnitt abgesehen von 1-2 Schnitten)
Schaut euch einfach mal einige andere Videos an und gerade auch Spielfilme denn da sind oder zumindest sollten Profis am Werk sein. Das könnte euch ein paar gute Ideen liefern wie man einen guten Videoschnitt macht.
8. Übergänge
Jetzt haben wir also alle Videos zugeschnitten und gehen ans zusammensetzen der Einzelvideos zu einem ganzen Video.
Ein solches Programm hat jeder WinXP und Vista Besitzer bereits auf dem PC. Es nennt sich Windows Moviemaker (http://www.microsoft.com/windowsxp/downloads/updates/moviemaker2.mspx) und ist für die ersten Schritte eigentlich ganz ausreichend. (Mac User behaupten ja immer sie wären die einzigen mit einer einfachen, vorinstallierten Video Composing Software)
Die Version 2.1 gibts über die Windows Updates bei den optionalen Updates.
Ein paar Anleitungen findet ihr direkt bei Microsoft
=> Moviemaker Tutorials (http://www.microsoft.com/windowsxp/using/moviemaker/create/default.mspx)
Auch hier gilt wieder, der Moviemaker ist einfach und ausreichend, wer mehr will sollte mal beim Zeitschriftenhändler vorbeischauen. Videomagazine haben zwischendurch eine abgespeckte Vollversion auf der Heft CD und sonst gibt es für wenig Geld auch etwas bessere und trotzdem einfache Programme.
- Ulead Videostudio (http://www.ulead.de/vs/runme.htm)
- Pinnacle Studio (http://www.pinnaclesys.com/PublicSite/de/Products/Consumer+Products/Home+Video/Studio+Family/)
- Magix Video Deluxe (http://www.magix.com/de-ch/de/video/)
Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich allerdings Jahshaka welches komplett kostenlos ist.
=> Jahshaka.org (http://jahshaka.org/)
Und wie gesagt, auch die Adobe Produkte sind stets zu empfehlen, wenn man sich denn wirklich mit dem Thema beschäftigen möchte und Spass daran hat.
Also zurück zum Thema, wir haben eine Video Composing Lösung unserer Wahl in welcher wir nun die Videos aneinanderreihen und den Sound dazupacken. Es ist jetzt natürlich von Vorteil, wenn die Videos und die Schnitte zum gewählten Musikstück passen.
Hat man das muss man irgendwie von einem Video zum nächsten gelangen. Normalerweise ist dies ein abrupter Schnitt, sprich das eine Video ist zuende, das nächste beginnt. Das mag manchmal passend sein, manchmal aber auch nicht und dann kommen die Übergänge ins Spiel, soll heissen man überlagert ein Video mit einem anderen und macht einen sanften Übergangseffekt wie zum Beispiel eine Überblendung.
Klar es gibt viele Effekte in solchen Composing Programmen wie ein 3D Scheunentor, ein Bild das sich zusammenfaltet und wegfliegt usw. aber sind wir mal ehrlich, das sieht nicht so toll aus wie manche denken und passt eher zu einem Familienvideo wo man auch so "tolle" Dinge macht wie den Hund zu Filmen wie er der Katze nachjagt....:sick:
Kurzum wir brauchen im Grunde nur folgende Dinge:
- Normaler Schnitt
- Überblende
- Überblende über/zu Schwarz
- Überblende über/zu Weiss
Schaut euch Spielfilme an und ihr werden sehen, dass dies alles ist, was man benötigt...ausser vielleicht man schaut eine Superheldenserie aus den 80ern.
9. Optimierung
Sitzen alle Übergänge, Schnitte und sind die Videos in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt geht es an die Optimierung wo man das Video noch perfekt an die Musik anpasst (bspw. durch die Veränderung der Abspielgeschwindigkeit des Videos in bestimmten Bereichen), kleine Schnittkorrekturen vornimmt und vielleicht noch ein paar Filter setzt, Texte einfügt oder einen Abspann erstellt.
Danach ist das Video dann auch schon bereit, veröffentlicht zu werden.
10. Ausgabe
Zur Videoausgabe gibt es nicht allzu viel zu sagen. Jedes der Programme bietet die Möglichkeit, das von euch vorbereitete Video zu einem Stück zusammenzusetzen und zu exportieren.
Der Unterschied liegt im Detail.
Der Moviemaker exportiert natürlich im WMV Format, andere als MPEG2 oder Quicktime. fürs Web benötigen wir allerdings ein webtaugliches Format und das sind leider weder DivX noch mpeg2.
WMV und Quicktime sind meiner Meinung nach ebenfalls nicht das Grüne vom Ei. Ich mag Formate die klein sind aber trotzdem gut ausschaue wie halt eben der On2 VP6 oder VP7 Codec welcher für Flash Videos eingesetzt wird wie sie dann bei YouTube oder unsere eigenen Filme hier im Forum benötigt werden.
Das Format dazu lautet FLV, also Flash-Video.
Dummerweise habe ich so auf die Schnelle kein Tool gefunden welches ein Flash-Video im On2 VP6 Format erstellen könnte abgesehen von Flash selbst (Vorsicht! auf keinen Fall den Soerensen Codec verwenden da die Qualität damit sehr bescheiden ausschaut) und Adobe Premiere Pro.
11. Video ins Web bringen
Also wie bringen wir denn nun das mühsam erstellte Video ins Netz?
Die Antwort ist einfach, YouTube.
YouTube macht glücklicherweise genau das, was die Programme nicht machen, es wandelt einen fast beliebigen Videocodec in ein Flash-Video um.
Der Nachteil der Sache ist, ihr müsst das Video erst hochladen und tretet damit alle Rechte an dem Video an Google ab.
Trotzdem ist es praktisch weil ihr euch dadurch auch nicht um Serverspeicher kümmern müsst.
-----------------------
Das wars, ihr habt ein Video erstellt und es ins Web geladen :)
Abschliessend möchte ich einfach nochmals sagen, dass ich selbst auch kein Profi im Video-Bereich bin sondern ebenfalls ein blutiger Anfänger. Man möge mir daher etwaige falsche Ausdrücke oder Bezeichnungen verzeihen. :stuart:
Übersicht
Systemvoraussetzungen
Hardware- / Software-Aufnahme
Video-Codecs
Idee
Aufnahme
Überarbeitung
Schnitt
Übergänge
Optimierung
Ausgabe
Video ins Web bringen
1. Systemvoraussetzungen
Wie überall gibt es auch beim Erstellen von Ingame Videos gewisse Grundvoraussetzungen an den PC wobei diese abhängig davon sind, ob man sich für eine Hardware- oder Software-Aufnahmelösung entscheidet.
Grundsätzlich gilt, dass man genug Festplattenspeicher haben sollte. Videos und gerade die Rohdaten verschlingen Unmengen an Speicherplatz auf der Festplatte da sie meist unkomprimiert daherkommen. Eine Aufnahme in voller Auflösung mit Sound von der Dauer einer Minute, kann so schnell an die 1GB Speicherplatz füllen.
Ideal ist es zudem, wenn die Aufnahmefestplatte eine andere ist als die System- und Spielfestplatte. Also nicht nur eine andere Partition sondern eine physische Festplatte. Gerade Spiele wie Everquest 2 beanspruchen die Festplatte überdurchschnittlich, wenn da nun auch noch das Videoaufnahmeprogramm seine Daten auf die gleiche Festplatte schreibt, wird man eine Leistungseinbusse in Kauf nehmen müssen.
Von Vorteil sind auch Multicore Prozessor und zwar aus dem einfachen Grund, dass man so das Videoaufnahmetool auf den Prozessorkern auslagern kann, der vom Spiel nicht oder nur wenig genutzt wird. So stellt man sicher, dass man auch hier keine oder nur eine geringe Leitungseinbusse hat.
Es gilt also:
- Viel Festplattenspeicher
- Eine eigene Festplatte für die Aufnahmen
- Ein Multicore Prozessor
2. Hardware- / Software-Aufnahme
Wie bereits oben beschrieben stellt die Videoaufnahme gewisse Systemanforderungen, man kann diese allerdings in Grenzen halten wenn man eine Hardwarelösung zur Aufnahme verwendet.
Der Vorteil dabei ist, dass sich diese Lösungen in das Videosignal einklinken aber anschliessend die Encodierung und Abspeicherung auf eine externe Festplatte oder einen zweiten Computer übernehmen, ohne die CPU des Spielecomputers zu beeinflussen.
Der Nachteil liegt allerdings in der Qualität, denn ist man nicht gewillt mindestens 1000€ auszugeben, wird man sich mit einer niedrigen Auflösung zufriedengeben müssen und meist ist der Aufnahmecodec suboptimal. Softwarelösungen bieten hier höchste Aufnahmequalität sofern das Video nicht encodiert wird.
Bleibt man nun allerdings realistisch wird man das Video selten in einer Auflösung von 1280x1024 benötigen, fürs Web liegt die Grösse in der Breite unter 600px und in der Höhe unter 400px fokussiert man sich daher auf WebVideos reicht eine günstige Hardwarelösung allemal.
Hardwarelösungen:
Profibereich: Blackmagic-Design (http://www.blackmagic-design.com/products/hd/)
HomeUser: Terratec (http://videode.terratec.net/) / Pinnacle (http://www.pinnaclesys.com/PublicSite/de/Products/Consumer+Products/Home+Video/Dazzle/?dz=1)
Softwarelösungen:
HomeUser: Fraps (http://www.fraps.com/) / GameCam (http://www.planetgamecam.com/) / CamStudio (http://camstudio.org/)
Ich persönlich verwende eine Grabster AV400 MK II für die Aufnahme, welche an den SVHS Anschluss der Graphikkarte angestöpselt wird und so eine Eingangsauflösung von 1024x768px und eine Ausgabeauflösung von 720x576px erreicht.
3. Video-Codecs
Videocodecs gibt es mittlerweile wie Sand am Meer habe ich teilweise das Gefühl. zu empfehlen sind aber nur wenige davon.
Meine persönlichen Lieblinge sind DivX (http://www.divx.com/) / MPEG2 / WMV 9 (http://www.microsoft.com/windows/windowsmedia/forpros/encoder/default.mspx) / On2 VP6 (http://www.on2.com/)
Der Nachteil von Codecs ist natürlich der Qualitätsverlust, welcher sich bei MPEG2 und DivX in Form von Interlancing und bei On2 VP2 bei ähnlichfarbenen Flächen in Bewegung zeigt. Der Vorteil liegt in der Reduzierung der Videogrösse.
Ein Beispiel.
Mein EQ2 Kunark Preview Video wurde in der Rohfassung als MPEG2 (bedingt durch den Grabster AV400) aufgenommen, anschliessend wurde das Bildmaterial durch Deinterlancing optimiert und am Ende über den On2 VP6 Codec webtauglich gemacht.
Unkomprimiert: 2GB
Als MPEG2: 650MB
Als On2 VP6 Flashmovie: 19MB
Die richtigen Codecs sind also entscheidend um das Video webtauglich zu machen.
Wie man Interlancing Effekte überarbeitet wird auf dieser Seite hier ganz gut erklärt:
=> 100fps (http://www.100fps.com/)
4. Idee
Genug der Theorie, kommen wir zum praktischen Teil.
Am Anfang jedes Videos steht die Idee zum endgültigen Video. Einfach ins Spiel zu gehen und ein Video zu machen ist blödsinnig weil man dann Video-Rohdaten hat und eigentlich gar nicht weiss, was man damit nun machen soll.
Viel besser ist es, sich ein kleines Storyboard zu machen. Will man eine Geschichte erzählen, ein Muskvideo machen eine Landschaftsimpression erstellen, usw.
Dann überlegt man sich was für Aufnahmen man dazu benötigen könnte, an welchen Orten man diese Aufnahmen machen möchte und geht den Film im Kopf schon ein wenig durch.
Eine andere Möglichkeit ist es, passend zu einem Musikfile ein Video zu erstellen, sprich man hört irgendwo ein Musikstück oder einen Song und denkt sich "Hey, da würden doch folgende Szenen ganz gut dazu passen".
Das Zwergenvideo (http://www.onlinegamer-portal.de/vB/showthread.php?t=2213) hier im Forum ist ein typisches Beispiel dafür.
Hat man das alles zusammen, beginnt die Aufnahme.
5. Aufnahme
Jetzt geht es also an die Aufnahme.
Besucht die geplanten Locations, wartet die richtige Tageszeit ab und dann legt los und denkt daran, dass man nie genug Videomaterial haben kann. Nehmt die Szene aus diversen Winkeln auf, spielt mit der Zoomfunktion oder stellt euch einfach mal einen Ingame Tag lang an einen Punkt und bewegt euch nicht. Später lassen sich im Videoschnitt damit tolle Dinge anstellen.
Seid einfach kreativ und denkt daran, hier kann man alles nochmals aufnehmen falls ihr etwas vergessen haben solltet und die Schauspieler kosten auch nichts ;)
6. Überarbeitung
Ich habe es oben bereits angesprochen, mache es aber nun nochmals.
Ist das Rohmaterial nicht optimal kommt nun der Zeitpunkt, wo man Filter auf das Video anwenden sollte.
Die wenigsten kostenlosen Programme bieten diese Funktion, eines allerdings beherrscht es perfekt.
=> VirtualDub (http://www.virtualdub.org/)
Und wer sein Rohmaterial im MPEG2 oder WMV Format hat sollte sich auch gleich noch das MPEG2 und WMV Plugin herunterladen.
=> PlugIn Download (http://fcchandler.home.comcast.net/~fcchandler/)
Die Bedienung von Virtualdub ist ein wenig gewöhnungsbedürftig aber man erzielt damit sehr gute Ergebnisse. Auf die Bedienung werde ich in diesem Tutorial nicht eingehen, vielleicht mache ich dazu dann noch ein eigenes Tutorial.
Eine alternative Methode stellen die etwas professioneller Programme wie beispielsweise Adobe Premiere Pro CS3 (http://www.adobe.com/products/premiere/) dar, welches eine komplette Videoaufnahme, Schnitt und Überarbeitungsplattform darstellt.
Ich persönlich arbeite beispielsweise damit und bin schlicht begeistert davon und gerade auch von den Unmengen an Video- und sonstigen Tutorials die man dazu findet. Der Nachteil der Geschichte ist der Preis, denn die Adobe Creative Suite 3 Production Premium (http://www.adobe.com/products/creativesuite/production/) schlägt mal kurz mit USD 1700.- zur Buche wenn man nicht in einer Bildungseinrichtung arbeitet.
Hochgelobt wird auch der Avid Media Composer (http://www.avid.de/products/composer/), aber das geht dann wirklich in den professionellen Bereich.
7. Videoschnitt
Jetzt kommen wir zum Herzstück des Videos.
Ihr habt nun die überarbeiteten Rohdaten und ein Musikstück oder sonstwas.
Die Videos werden nun passend zur Musik geschnitten, sprich unwichtige Teile fallen raus und man überlegt sich auch gleich die Videoübergänge.
Der Videoschnitt ist wirklich essentiell denn hier entschiedet sich ob das Video langweilig wird oder mit kurzen knackigen Schnitten interessant gemacht wird. (und nein, mein RoK Video ist kein gutes Beispiel von Videoschnitt abgesehen von 1-2 Schnitten)
Schaut euch einfach mal einige andere Videos an und gerade auch Spielfilme denn da sind oder zumindest sollten Profis am Werk sein. Das könnte euch ein paar gute Ideen liefern wie man einen guten Videoschnitt macht.
8. Übergänge
Jetzt haben wir also alle Videos zugeschnitten und gehen ans zusammensetzen der Einzelvideos zu einem ganzen Video.
Ein solches Programm hat jeder WinXP und Vista Besitzer bereits auf dem PC. Es nennt sich Windows Moviemaker (http://www.microsoft.com/windowsxp/downloads/updates/moviemaker2.mspx) und ist für die ersten Schritte eigentlich ganz ausreichend. (Mac User behaupten ja immer sie wären die einzigen mit einer einfachen, vorinstallierten Video Composing Software)
Die Version 2.1 gibts über die Windows Updates bei den optionalen Updates.
Ein paar Anleitungen findet ihr direkt bei Microsoft
=> Moviemaker Tutorials (http://www.microsoft.com/windowsxp/using/moviemaker/create/default.mspx)
Auch hier gilt wieder, der Moviemaker ist einfach und ausreichend, wer mehr will sollte mal beim Zeitschriftenhändler vorbeischauen. Videomagazine haben zwischendurch eine abgespeckte Vollversion auf der Heft CD und sonst gibt es für wenig Geld auch etwas bessere und trotzdem einfache Programme.
- Ulead Videostudio (http://www.ulead.de/vs/runme.htm)
- Pinnacle Studio (http://www.pinnaclesys.com/PublicSite/de/Products/Consumer+Products/Home+Video/Studio+Family/)
- Magix Video Deluxe (http://www.magix.com/de-ch/de/video/)
Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich allerdings Jahshaka welches komplett kostenlos ist.
=> Jahshaka.org (http://jahshaka.org/)
Und wie gesagt, auch die Adobe Produkte sind stets zu empfehlen, wenn man sich denn wirklich mit dem Thema beschäftigen möchte und Spass daran hat.
Also zurück zum Thema, wir haben eine Video Composing Lösung unserer Wahl in welcher wir nun die Videos aneinanderreihen und den Sound dazupacken. Es ist jetzt natürlich von Vorteil, wenn die Videos und die Schnitte zum gewählten Musikstück passen.
Hat man das muss man irgendwie von einem Video zum nächsten gelangen. Normalerweise ist dies ein abrupter Schnitt, sprich das eine Video ist zuende, das nächste beginnt. Das mag manchmal passend sein, manchmal aber auch nicht und dann kommen die Übergänge ins Spiel, soll heissen man überlagert ein Video mit einem anderen und macht einen sanften Übergangseffekt wie zum Beispiel eine Überblendung.
Klar es gibt viele Effekte in solchen Composing Programmen wie ein 3D Scheunentor, ein Bild das sich zusammenfaltet und wegfliegt usw. aber sind wir mal ehrlich, das sieht nicht so toll aus wie manche denken und passt eher zu einem Familienvideo wo man auch so "tolle" Dinge macht wie den Hund zu Filmen wie er der Katze nachjagt....:sick:
Kurzum wir brauchen im Grunde nur folgende Dinge:
- Normaler Schnitt
- Überblende
- Überblende über/zu Schwarz
- Überblende über/zu Weiss
Schaut euch Spielfilme an und ihr werden sehen, dass dies alles ist, was man benötigt...ausser vielleicht man schaut eine Superheldenserie aus den 80ern.
9. Optimierung
Sitzen alle Übergänge, Schnitte und sind die Videos in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt geht es an die Optimierung wo man das Video noch perfekt an die Musik anpasst (bspw. durch die Veränderung der Abspielgeschwindigkeit des Videos in bestimmten Bereichen), kleine Schnittkorrekturen vornimmt und vielleicht noch ein paar Filter setzt, Texte einfügt oder einen Abspann erstellt.
Danach ist das Video dann auch schon bereit, veröffentlicht zu werden.
10. Ausgabe
Zur Videoausgabe gibt es nicht allzu viel zu sagen. Jedes der Programme bietet die Möglichkeit, das von euch vorbereitete Video zu einem Stück zusammenzusetzen und zu exportieren.
Der Unterschied liegt im Detail.
Der Moviemaker exportiert natürlich im WMV Format, andere als MPEG2 oder Quicktime. fürs Web benötigen wir allerdings ein webtaugliches Format und das sind leider weder DivX noch mpeg2.
WMV und Quicktime sind meiner Meinung nach ebenfalls nicht das Grüne vom Ei. Ich mag Formate die klein sind aber trotzdem gut ausschaue wie halt eben der On2 VP6 oder VP7 Codec welcher für Flash Videos eingesetzt wird wie sie dann bei YouTube oder unsere eigenen Filme hier im Forum benötigt werden.
Das Format dazu lautet FLV, also Flash-Video.
Dummerweise habe ich so auf die Schnelle kein Tool gefunden welches ein Flash-Video im On2 VP6 Format erstellen könnte abgesehen von Flash selbst (Vorsicht! auf keinen Fall den Soerensen Codec verwenden da die Qualität damit sehr bescheiden ausschaut) und Adobe Premiere Pro.
11. Video ins Web bringen
Also wie bringen wir denn nun das mühsam erstellte Video ins Netz?
Die Antwort ist einfach, YouTube.
YouTube macht glücklicherweise genau das, was die Programme nicht machen, es wandelt einen fast beliebigen Videocodec in ein Flash-Video um.
Der Nachteil der Sache ist, ihr müsst das Video erst hochladen und tretet damit alle Rechte an dem Video an Google ab.
Trotzdem ist es praktisch weil ihr euch dadurch auch nicht um Serverspeicher kümmern müsst.
-----------------------
Das wars, ihr habt ein Video erstellt und es ins Web geladen :)
Abschliessend möchte ich einfach nochmals sagen, dass ich selbst auch kein Profi im Video-Bereich bin sondern ebenfalls ein blutiger Anfänger. Man möge mir daher etwaige falsche Ausdrücke oder Bezeichnungen verzeihen. :stuart: