Castro
19.03.2005, 21:21
Wunderbare neue Welt
"Rollenspiele müssen nicht immer kompliziert und hässlich sein", so die Maxime der Entwickler von "The Elder Scrolls 4: Oblivion". Mit dem vierten Teil der Rollenspiel-Saga wollen die Designer auch Einsteiger in die fantastische Spielwelt hineinziehen. Mit vereinfachten Kontrollen, hunderten von Aufträgen, mehr als 1.000 computergesteuerten Bewohnern sowie einer grandiosen Technik soll "Oblivion" zum Weihnachtsgeschäft den Genre-Olymp besteigen.
Das Abenteuer beginnt
Anfangs sitzt der Spieler allein als Gefangener in einem Verlies der Hauptstadt Cyrodiil. Bis er vom Imperator des Landes Tamriel unerwarteten Besuch bekommt. Der ist auf der Flucht vor Attentätern und beauftragt den Spieler, ihn zu schützen. Nachdem das erledigt ist, winken größere Herausforderungen: Die Tore der Unterwelt Oblivion sind geöffnet worden, Monster und andere Kreaturen gelangen in das Reich Tamriel. Ganz klar: Die Pforte muss wieder geschlossen werden! Erst nach dieser spielbaren Einführungssequenz darf der Spieler seine Charakterklasse und damit auch die Fähigkeiten seiner Figur auswählen. Das Programm gibt dazu einige Tipps, ausgehend von der Spielweise, die man bis zu diesem Punkt an den Tag gelegt hat. Meuchelt man etwa gerne seine Gegner per Schwert, schlägt "Oblivion" die Ritterklasse vor. Heimlichtuer hingegen dürften eher die Berufsauswahl "Attentäter" bevorzugen. In wenigen Schritten legt man zudem Alter, Aussehen und Geschlecht seines Abenteurers fest.
Ein Ruf geht verloren
In den Vorgängern von "Oblivion" hat es niemanden gestört, ob der Spieler raubend und mordend durch die Länder gezogen ist. Diesmal wird das anders sein. So hat man nicht zu allen Gebäuden direkt Zugang, sondern muss stattdessen einbrechen und leise die Räumlichkeiten auskundschaften. Wird man ertappt, landet man für einige Tage im Knast und verliert dadurch Erfahrungspunkte. Zudem merken sich die Dorfbewohner sämtliche Aktionen des Spielers. Auf diese Weise erhält man ziemlich fix einen schlechten Ruf. Wer etwa ständig stiehlt, wird bei Händlern auf wenig Gegenliebe stoßen.
Nichts auf die lange Bank schieben
Trotz der riesigen Welt und der zahlreichen Möglichkeiten, diese zu erkunden, handelt es sich bei "The Elder Scrolls: Oblivion" weiterhin um ein Rollenspiel mit handfesten Kampfelementen. Einen Großteil der Spielzeit schleicht man durch düstere Kerker, sucht dort nach Schätzen oder erledigt einen der vielen Aufträge. Natürlich tummeln sich in den alten Gemäuern allerhand Kreaturen, die dem Spieler nur zu gerne an die Rüstung wollen. Dabei reicht die Größe der Monster von kleinen Käfern bis hin zu mehreren Metern hohen Echsenwesen. Zudem wachsen die Ausgeburten des Bösen mit der Zeit: Schiebt der Spieler beispielsweise eine Aufgabe immer weiter vor sich her, hat er es statt mit kleinen Viechern bald mit riesigen Dinos zu tun. Die "Level Offset"-Funktion sorgt dafür, dass man nicht den eigenen Charakter in Nebenquests aufbrezelt, um dann spielerisch durch die Haupt-Herausforderungen zu marschieren: Der Level-Abstand zu den wichtigsten Gegnern bleibt in jedem Fall gleich.
Mit Schwert und Magie
Glücklicherweise haben die Entwickler das Kampfsystem gegenüber den Vorgänger-Spielen aus der "Elder Scrolls"-Reihe deutlich überarbeitet. Der Schild dient nun nicht alleine zum Schutz vor Attacken, sondern kann offensiv eingesetzt werden, um den Widersacher nach hinten zu schieben. Damit das Spiel nicht zu einer wilden Klick-Orgie verkommt, verfügt die eigene Figur über Energiepunkte. Sind diese durch allzu hektische Attacken aufgebraucht, kann der Schwertkämpfer nur noch langsam angreifen und muss sich zunächst ausruhen. Der Umgang mit Zaubersprüchen wurde ebenso weiter vereinfacht. Statt bei jedem Zauber-Angriff die Klinge aus der Hand legen zu müssen, feuert der Magier seine Feuerbälle durch Panzer und Kettenhandschuhe. Das mag zwar nicht unbedingt realistisch sein, erleichtert aber gerade Neueinsteigern den Umgang mit der Magie ungemein.
Fazit
Die Bethesda Studios haben mit der ersten Vorversion von "The Elder Scrolls: Oblivion" ein Statement abgegeben. Neben der detaillierten grafischen Darstellung überzeugt besonders das Rufsystem, die riesige erkundbare Spielwelt sowie die Interaktivität mit den Bewohnern. Dank vieler sinnvoller Neuerungen dürften sich auch Einsteiger schnell zu Recht finden. Das Spiel hat absolutes Hit-Potenzial und ein Tipp für alle Rollenspiel-Enthusiasten.
Titel: The Elder Scrolls 4: Oblivion
Genre: Rollenspiel
Einschätzung: Sehr gut
System: Windows-PC / ebenfalls geplant für Playstation 3 und Xbox 2
Hersteller: Bethesda Game Studios
Publisher: Take 2
Release-Termin: 4. Quartal 2005
USK-Einstufung / Preis: noch nicht bekannt
"Rollenspiele müssen nicht immer kompliziert und hässlich sein", so die Maxime der Entwickler von "The Elder Scrolls 4: Oblivion". Mit dem vierten Teil der Rollenspiel-Saga wollen die Designer auch Einsteiger in die fantastische Spielwelt hineinziehen. Mit vereinfachten Kontrollen, hunderten von Aufträgen, mehr als 1.000 computergesteuerten Bewohnern sowie einer grandiosen Technik soll "Oblivion" zum Weihnachtsgeschäft den Genre-Olymp besteigen.
Das Abenteuer beginnt
Anfangs sitzt der Spieler allein als Gefangener in einem Verlies der Hauptstadt Cyrodiil. Bis er vom Imperator des Landes Tamriel unerwarteten Besuch bekommt. Der ist auf der Flucht vor Attentätern und beauftragt den Spieler, ihn zu schützen. Nachdem das erledigt ist, winken größere Herausforderungen: Die Tore der Unterwelt Oblivion sind geöffnet worden, Monster und andere Kreaturen gelangen in das Reich Tamriel. Ganz klar: Die Pforte muss wieder geschlossen werden! Erst nach dieser spielbaren Einführungssequenz darf der Spieler seine Charakterklasse und damit auch die Fähigkeiten seiner Figur auswählen. Das Programm gibt dazu einige Tipps, ausgehend von der Spielweise, die man bis zu diesem Punkt an den Tag gelegt hat. Meuchelt man etwa gerne seine Gegner per Schwert, schlägt "Oblivion" die Ritterklasse vor. Heimlichtuer hingegen dürften eher die Berufsauswahl "Attentäter" bevorzugen. In wenigen Schritten legt man zudem Alter, Aussehen und Geschlecht seines Abenteurers fest.
Ein Ruf geht verloren
In den Vorgängern von "Oblivion" hat es niemanden gestört, ob der Spieler raubend und mordend durch die Länder gezogen ist. Diesmal wird das anders sein. So hat man nicht zu allen Gebäuden direkt Zugang, sondern muss stattdessen einbrechen und leise die Räumlichkeiten auskundschaften. Wird man ertappt, landet man für einige Tage im Knast und verliert dadurch Erfahrungspunkte. Zudem merken sich die Dorfbewohner sämtliche Aktionen des Spielers. Auf diese Weise erhält man ziemlich fix einen schlechten Ruf. Wer etwa ständig stiehlt, wird bei Händlern auf wenig Gegenliebe stoßen.
Nichts auf die lange Bank schieben
Trotz der riesigen Welt und der zahlreichen Möglichkeiten, diese zu erkunden, handelt es sich bei "The Elder Scrolls: Oblivion" weiterhin um ein Rollenspiel mit handfesten Kampfelementen. Einen Großteil der Spielzeit schleicht man durch düstere Kerker, sucht dort nach Schätzen oder erledigt einen der vielen Aufträge. Natürlich tummeln sich in den alten Gemäuern allerhand Kreaturen, die dem Spieler nur zu gerne an die Rüstung wollen. Dabei reicht die Größe der Monster von kleinen Käfern bis hin zu mehreren Metern hohen Echsenwesen. Zudem wachsen die Ausgeburten des Bösen mit der Zeit: Schiebt der Spieler beispielsweise eine Aufgabe immer weiter vor sich her, hat er es statt mit kleinen Viechern bald mit riesigen Dinos zu tun. Die "Level Offset"-Funktion sorgt dafür, dass man nicht den eigenen Charakter in Nebenquests aufbrezelt, um dann spielerisch durch die Haupt-Herausforderungen zu marschieren: Der Level-Abstand zu den wichtigsten Gegnern bleibt in jedem Fall gleich.
Mit Schwert und Magie
Glücklicherweise haben die Entwickler das Kampfsystem gegenüber den Vorgänger-Spielen aus der "Elder Scrolls"-Reihe deutlich überarbeitet. Der Schild dient nun nicht alleine zum Schutz vor Attacken, sondern kann offensiv eingesetzt werden, um den Widersacher nach hinten zu schieben. Damit das Spiel nicht zu einer wilden Klick-Orgie verkommt, verfügt die eigene Figur über Energiepunkte. Sind diese durch allzu hektische Attacken aufgebraucht, kann der Schwertkämpfer nur noch langsam angreifen und muss sich zunächst ausruhen. Der Umgang mit Zaubersprüchen wurde ebenso weiter vereinfacht. Statt bei jedem Zauber-Angriff die Klinge aus der Hand legen zu müssen, feuert der Magier seine Feuerbälle durch Panzer und Kettenhandschuhe. Das mag zwar nicht unbedingt realistisch sein, erleichtert aber gerade Neueinsteigern den Umgang mit der Magie ungemein.
Fazit
Die Bethesda Studios haben mit der ersten Vorversion von "The Elder Scrolls: Oblivion" ein Statement abgegeben. Neben der detaillierten grafischen Darstellung überzeugt besonders das Rufsystem, die riesige erkundbare Spielwelt sowie die Interaktivität mit den Bewohnern. Dank vieler sinnvoller Neuerungen dürften sich auch Einsteiger schnell zu Recht finden. Das Spiel hat absolutes Hit-Potenzial und ein Tipp für alle Rollenspiel-Enthusiasten.
Titel: The Elder Scrolls 4: Oblivion
Genre: Rollenspiel
Einschätzung: Sehr gut
System: Windows-PC / ebenfalls geplant für Playstation 3 und Xbox 2
Hersteller: Bethesda Game Studios
Publisher: Take 2
Release-Termin: 4. Quartal 2005
USK-Einstufung / Preis: noch nicht bekannt